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Sally Butcher – Veggiestan – Der Zauber der orientalischen Gemüseküche

veggiestanBoah, was für ein tolles Buch. Was für klasse Rezepte. Was für schöne Bilder. Das Buch ist wunderschön und farbenfroh gestaltet. Der Einband mit einem hübschen Zierstreifen in schwarz griffig beflockt. Die ganze Gestaltung schreit nach Aufmerksamkeit und schaut man dann näher hin, wird man nicht enttäuscht.

Veggistan ist ein Kochbuch, das durch seine Auswahl an vegetarischen Rezepten aus aller Herren Ländern zu begeistern weiß. Nicht alle Rezepte sind Unbekannte, viele „alte Bekannte“ finden sich wieder. Jedoch gibt es wirklich noch reichtlich Neues zu entdecken und dies alles aus der für uns sehr geschätzten orientalischen Ecke. Es ist ein Buch, das sich auf jeden Fall lohnt, nicht nur für Vegetarier, sondern auch für Leute, die einfach mal mehr Gemüse essen möchten und wo es nicht nur nach Oregano und Thymian schmecken soll, sondern durchauch exotisch, ja anders sein darf.

Unterteilt ist das Buch in die diverse Kategorien. Es gibt z.B. sehr viele tolle Rezepte für typisch orientalisches Brot und Hülsenfruchtgerichte. Dann Rezepte zu Süßspeisen, Gerichten mit Obst und auch Sößchenrezepte und Anregungen für Chutneys und dergleichen. Eine richtig bunte Mischung verschiedenster Rezepte, die größtenteils sehr ansprechend auf mich wirken. Ich habe auch zu meinem neuen Liebling Halloumi schon etwas darin gefunden.

Das Buch lohnt sich, nicht nur optisch, auch kulinarisch empfinden wir es als Bereicherung. Ein echter Tipp für Leute, die gerne viel Gemüse essen, es jedoch auch exotisch lieben. Da vermisst man wirklich kein Fleisch.

Ein erstes Rezept haben wir bereits ausprobiert und sind schwer begeistert. Ich werde in Kürze davon berichten.

Tomätchen-Update: Tom Red und Yellow

Unsere im Februar ausgesäten Tomaten sind nun – Pflanzenlampe sei Dank – deutlich gewachsen. Ohne diese Lampe ist das Wachstum einfach nicht so gut. Ich gebe ja zu, ich versuche es immer mal ohne, nur um dann kurz darauf festzustellen, ich hätte es besser nicht so gemacht. Selbsterkenntnis und so…

Aber nun wachsen die kleinen Pflanzen sehr fein und wir musste das Dach des kleinen Anzuchthauses jetzt abnehmen, da die Pflanzen deutlich gegen den Deckel gedrückt haben. Ich bin optimistisch, dass ich sie bald pikieren und in die Ampeln setzen kann. Derzeit reichen ihre Töpfchen eigentlich noch aus. Sie kommen nun bei schönem Wetter auch ein wenig an die frische Luft. Und wenn das Wetter nicht so toll ist, müssen sie eben im Wohnzimmer hinter der Fensterscheibe verbleiben und von kommenden Sonnenstunden träumen. tomaten-pflaenzchen

Klar, sie sind sicher noch nicht so groß, wie die derzeit überall zum Verkauf stehenden Pflanzen, aber egal. Ich wollte das immer mal ausprobieren und wenn man schon draußen noch nicht so richtig buddeln kann, dann wenigstens etwas auf der Fensterbank. Ich finde auch, es hat für den ersten Versuch schon ganz prima geklappt. Die Pflanzen keimten sehr gut, wachsen prima und sehen langsam auch nach Tomatenpflanze aus. Und sie duften schon ganz wundervoll. Ich freue mich jetzt schon, weil ich alles überzählige an Familie und unsere lieben Nachbarn abgeben mag. Ist doch auch mal ein hübsches Geschenk, oder? Aber bis dahin ist noch Zeit, die Kleinen müssen weiterhin schön brav wachsen und ich muss ganz dringend schöne Tomatenerde besorgen. Sie sollen es schließlich gut haben.

Dorothée Waechter, Tanja Ratsch, Friedrich Strauß – Das BLV Handbuch Balkon & Terrasse

handbuch-balkon-und-terrasseNeulich hatte ich ja schon erwähnt, dass ich zwei neue Garten-/Balkonbücher habe. Nach dem Jahrbuch von Kraut und Rüben kommt hier nun das zweite Buch. Es beinhaltet Gestaltungsideen für Balkon- und Terrasse, den Jahreszeiten entsprechend in Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter gegliedert, schön ins Szene gesetzt und fotografiert von Friedrich Strauß. Pflanzenportraits zur jeweiligen Saison passend, inklusive Tipps zur Haltung und Pflege runden das Buch ab.

Es ist wunderschön anzusehen, durchzublättern und man möchte am liebsten sofort in den kleinen SzenenPlatz nehmen und die jeweilige Jahreszeit genießen. Alles ist liebevoll gestaltet und ausdekoriert. „Schöner Wohnen“ lässt grüßen. Nicht immer wirklich realistisch, aber schön. Ganz klar. Sicherlich lässt sich auch nicht alles bis ins kleinste Detail auf dem heimischen Stück Grün nachpflanzen. Aber auf jeden Fall kann man hier Anregungen und Inspiration finden, wie und womit man seinen eigenen kleinen Fleck Oase in eben eine solche verwandelt. Ich finde das Buch sehr gelungen. Zeigt es doch Pflanzvorschläge für alle Gegebenheiten, egal ob Vollsonne oder Schatten, für jeden Balkon- und Gartenliebhaber ist sicher was dabei. Alles in allem, ein schönes Buch für die Couch, in dem man immer wieder stöbern und schmökern mag und das man bei einer Inspirationskrise super hervorziehen kann.

Winden

winden-tuetchenVor nicht ganz zwei Wochen habe ich zwei Tütchen Windensaatgut in einen kleinen Balkonkasten gesät. Einmal die Königswinde „Heavenly Blue“ und zum anderen die gefüllte Prunkwinde Sunrise Serenade in pink. Auf den Tütchen stand was von Keimdauer um die 15-20 Tagen. Tja, was soll ich sagen, die waren eindeutig schneller. Schon nach gut 4 Tagen schauten die ersten Köpfchen aus der Erde. Jetzt sind sie schon gute 10 cm groß und langsam müssten sie eine Rankhilfe bekommen. Am liebsten würde ich sie direkt ans vorgesehe Rankgitter draußen stellen. Aber wenn sie sich da nun „ankuscheln“, kann ich sie bei eventuellen Frösten nicht mal eben schnell reinholen. Vielleicht wäre eine leichte Abdeckung aus Blasenfolie eine Lösung. Ich werde mir auf jeden Fall etwas einfallen lassen müssen.

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Da es die letzten Tage ja schon etwas sonnig war, habe ich sie Eingewöhnen schon einmal ein paar Stunden halbsonnig auf den Balkon gesetzt. In netter Gesellschaft unserer zwei Olivenbäumchen, die auch aus dem „Winterschlaf“ erwacht sind, fleißig neu austreiben und auch recht sonnenhungrig sind.

Ich freue mich. Nach dem Experiment vor zwei Jahren, wollte ich immer noch einmal probieren, wie es mit gescheiter Erde und besserer Bewässerung mit Winden klappen könnte. Vielleicht sind zwei Tüten deutlich zuviel. Aber egal, ich möchte es gerne üppig haben an diesen Rankgitter. Und wenn dann mal ein Pflänzchen ausfällt, sind hoffentlich noch genug andere da. Es ist ein kleines, bescheidenes Buddeln, aber hey, ich hatte kurz ein wenig Erde bei der Aussaat an den Fingern und das hat mich glücklich gemacht. Mir fehlt „draußen“ gerade sehr, viel Sonne haben wir hier noch nicht abbekommen. Sei es, dass das Wetter bei weitem nicht so gut war, wie großspurig angekündig wurde oder weil wir einfach arbeiten mussten, als gerade mal etwas Sonne da war.

Auf jeden Fall sind vorgestern auch noch zwei neue Teppichphloxe der Sorte „Emerald Blue“ bei uns eingezogen. Sie dürfen in der Herzschale von Mutti vor sich hin wuchern und schön blühen. Der dritte Teppichphlox von vor 2 oder 3 Jahren steht auf jeden Fall kurz vor der Blüte. Ich freue mich. Sehr sogar.

„Mini-Panettoni“ ohne Schnickschnack

mini-panetone2Manchmal hat man spontan Lust auf etwas Gebäck oder Kuchen. Aber man hat nicht viel im Haus, um was Großartiges zu zaubern oder mag nicht zum Bäcker gehen. Wenn so etwas vorkommt, sind diese kleinen Burschen hier ganz wunderbar. Ganz einfache kleine Hefeteilchen, die man wunderbar mit etwas Butter und Marmelade genießen kann. Sie sind leicht und von der Gehzeit einmal abgesehe, schnell gemacht und total unkompliziert. Die Teigmenge ist bewusst gering und ohne Schnickschnack bezüglich irgendwelcher Zugaben gehalten. Es kommen ca. 9 kleine Ballen heraus, die wunderbar in ein Muffin- oder Mini-Panettoneblech passen. Natürlich kann man sie noch mit Rosinen, Trockenobst, Mandeln/Nüssen oder gar kandierten Früchten pimpen und so richtige kleine Panettoni backen. Aber wie gesagt, auch ohne sind sie wunderbar und sehen total niedlich aus.

Zutaten:

  • 250 g Mehl
  • 1 halber Block frische Hefe
  • 60 g Zucker
  • 130 ml lauwarme Milch
  • 1 Prise Salz
  • 45 g Butter/Margarine

Zubereitung:

Die Hefe zerbröseln mit ein wenig Zucker und einem Schuss der angewärmten Milch verquirlen. Kurz stehen lassen und derweil die anderen Zutaten in einer Schüssel vermischen.

Den Hefeansatz hinzufügen, alles gut vermischen und den Teig gut 30 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Backofen auf Ober-/Unterhitze bei 180°C vorheizen.

Eine Muffin- oder Mini-Panettoneform ein wenig fetten.

Den Teig noch einmal kurz durchkneten und in ca. golfballgroße Kugeln rollen. Diese Kugeln in die Mulden geben.

Noch einmal ca. 15 Minuten abgedeckt gehen lassen. Dann die Form in den Backofen schieben und auf mittlerer Schiene ca. 30-35 Minuten backen, bis der Teig schön aufgegangen und goldbraun gebacken ist.

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Tim Mälzer – Greenbox

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Schon länger sind wir um das neue Tim Mälzer-Kochbuch „Greenbox“ herum geschlichen. Irgendwie wussten wir nicht so recht, was wir vom bekennenden Fleischfan Mälzer bei einem vegetarischen Kochbuch erwarten sollten. Nach dem ersten Durchblättern auf dem heimischen Sofa müssen wir aber ganz klar sagen, es ist ein richtig tolles Kochbuch geworden. Ein total schön gestaltetes noch dazu. Es erinnert ein wenig an das „Natürlich Jamie“ von Jamie Oliver, da es neben schönen Fotos auch reichlich skizzierte Bildchen und witzige Sprüche mitliefert. Auch ist es nicht so ein dünnes Büchlein, sondern überraschend dick und wertig gebunden.

Die Rezepte lesen sich höchst lecker. Ich muss sagen, da gab es tatsächlich einiges an neuen Dingen für uns zu entdecken und gar nicht so viele der „üblichen Verdächtigen“, die man in vegetarischen Kochbücher so findet. Es gibt wirklich neue Anregungen und Ideen, die sich sicher auszuprobieren lohnen. Den Beitrag zu geschmacksgebenden Bröselmischungen zum Beispiel finden wir super-spannend und möchten so etwas natürlich unbedingt testen. Bisher hatten wir es mit Bröseln nicht so. Klar, man paniert mal etwas, aber so wirklich kreativ sind wir dabei nicht vorgegangen. Durch das Buch werden wir künftig sicher mal etwas wagemutiger sein.

Alles in allem, ich würde das Buch wieder kaufen oder verschenken. Dafür, dass Tim Mälzer so ein Fleischfan ist, finde ich das Buch wirklich total stark und sehr gelungen.

Ulrike Schäfner – Kraut & Rüben Jahreszeiten-Gartenbuch

Es ist so kalt draußen, obwohl die Sonne gerade so wunderschön scheint. Nach den grauen und dunklen Tagen in der letzten Zeit ist das zumindest rein optisch eine echte Wohltat. Das Licht tut so gut. Wenn nur der eisige Wind nicht wäre. Man fühlt sich wie im Eissturm, wie im tiefsten Winter, obwohl schon irgendwie Frühling ist und die Tage gar die Uhr umgestellt wird. Mich verfolgen gerade die Bilder aus Moskau, 70 cm Neuschnee innerhalb weniger Stunden. Oder England, alles ist zugeschneit, zum Teil sind die armen Leute da über Tage ohne Strom. Das nackte Grauen.

Ausgerechnet jetzt packt mich der Buddeltrieb. Ausgerechnet jetzt kann ich mich kaum noch bändigen und möchte gerne die vertrocknete Glockenheide aus den Kästen schmeissen und ein paar bunte Primeln oder Narzissen einbuddeln, damit es an Ostern ein wenig netter ausschaut. Aber ich traue dem Wetter nicht. Nicht mal ansatzweise. Ich muss die ganze Zeit an die verfrorenen Pflanzen einer Kollegin denken. Also werde ich das „Anbuddeln“ noch etwas verschieben und nur die alte Heide aus den Kästen nehmen. Ist ein Anfang, zumindest bis ich das nächste Mal zu Frau Rimkus komme und mich vielleicht doch nicht mehr bremsen kann. Bis dahin muss ich mir die Zeit mit neuem Gartenbüchern vertreiben. Habe gerade zwei neu. Vor ein paar Wochen waren wir nämlich bummeln und landeten nach langer Zeit mal wieder in einem richtig schönen Buchladen. Dort konnte ich mich nicht so recht zügeln und belohnte mich für erfolgreiches Abnehmen direkt mit zwei dicken Garten- und Balkonbüchern. Bücher und Buddeln, toll, beides mag ich sehr.

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Eins der neuen Bücher ist das Kraut und Rüben Jahreszeiten-Gartenbuch. Gekauft habe ich es, weil mir beim Anblättern unter anderem die Anleitung für den Bau eines Insektenhotels in die Augen stach und wie man z.B. eine Jauche zum Düngen ansetzt. Ein Insektenhotel wollte ich immer schon mal selbst herstellen und in diesem Buch sind wirklich sehr nützliche Hinweise dazu. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob dieses kleine Hotel eher klassischer Art ist oder ein „Designerhotel“ im ausgefallener Form und vielleicht kunterbunt wird. Dann muss ich dringend meinen Papa fragen, ob er so etwas mit uns bauen mag.

Des Weiteren erfährt man, wie man quasi zum Biogärtner wird, wie man seinen Garten richtig plant, was es mit Fruchtfolgen auf sich hat und vieles mehr. Außerdem gibt es noch das eine oder andere Rezept. Auch toll, so etwas mag ich. Begleitet werden die unterschiedlichen Kapiteln von vielen schönen Bildern. Ich denke, der Kauf hat sich gelohnt. Auch wenn man nur einen kleinen Balkon hat, so kann man das eine oder andere Wissen daraus ziehen und seine kleine grüne Oase damit optimieren. Im Moment denke ich gar über die Möglichkeit nach, doch mal Salatanbau auszuprobieren. Inspiration bringt so ein Buch also auf jeden Fall.

Nespresso, irgendwie schon eine Liebeserklärung

Wer mich etwas besser kennt, der weiß, ich bin eigentlich keine Kaffeetante. Ich liebe Tee. Darjeeling um genau zu sein. Am liebsten die Sorte Nr. 215, Darjeeling Nr. 9 TGFOP 1 Himalaya von Tee Gschwendner, in der Kilopackung versteht sich. Drunter tut sich nichts. Unser Durchsatz ist diesbezüglich einfach sehr hoch, seit ich meinen Mann mit dieser Vorliebe „angesteckt“ habe. Tee geht immer, ohne Tee kann ich nicht leben, ohne Tee bin ich kein Mensch. Aber…

…Espresso und einen gut gemachten Milch-Dingsbums von meinem Mann liebevoll zubereitet, den liebe ich auch. An meinem Mann ist ein kleiner Barista vorbei gegangen. Aber ich schweife ab. Ich habe lange überlegt, ob ich was zu diesem Thema bloggen soll. Ein Thema, was sicher spalten kann, da Nespresso eben nicht die super-umwelfreundliche  Art des Kaffeetrinkens ist, die wir uns heute wünschen würden. Aber warum nicht. Nobody is perfect. Ich erzähle einfach mal.

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Es ist nun schon Jahre her. Locker mehr als 10. Mein Mann und ich haben noch nicht zusammen gewohnt, aber schon damals besaßen „wir“ eine kleine himmelblaue Nespresso-Maschine von Krups. Da kannte George Clooney Nespresso noch nicht und die breite Masse ebenso wenig. Kannte man da überhaupt schon George Clooney? Na ja, egal. Da gab es noch nicht einmal diese grauseligen Padmaschinen, die für mich nur eine Art „Gebräu“ produzieren und die ich vom Handling sogar sehr bedenklich finde (verbrühte Kolleginnen, und explodieren habe ich so ein Ding auf der Arbeit auch schon gesehen). Damals machte man sich auch noch nicht so wirklich viele Gedanken über Müll, der durch die Kapseln entsteht.

Wir stolperten bei einem Bummel in einem ortsansässigen Haushaltswarenladen über die kleine „Blue“, wie wir sie spontan, jedoch zugegebenermaßen nicht sonderlich kreativ, nannten. Es war Liebe auf den ersten Blick. Zunächst einmal waren wir sehr vom Design und der Idee, wirklich schnell Espresso trinken zu können, sehr angetan. Und dann noch die viele Auswahl an Kapseln, ich glaube, damals gab es schon geschätzte 8-10 Sorten, aus denen man je nach Laune und Geschmack den Stärkegrad wählen konnte. Man führte uns das Gerät vor und ich staune noch immer darüber, dass – obwohl wir damals noch recht jung waren und sicher rein optisch erst einmal gar nicht dem Käuferklientel entsprachen, dass mal eben viel Geld für eine Kaffeemaschine ausgibt – total ernst genommen wurden und wir alles ausprobieren und verkosten durften. Wir waren lässig angezogen und wie gesagt, noch recht jung. Man konnte nicht einordnen, ob wir genug Geld hätten für so ein Gerät. In den meisten Geschäften wäre das vielleicht ein Ausschlusskriterium gewesen, aber nicht in diesem kleinen feinen Haushaltswarengeschäft, das es mittlerweile leider nicht mehr gibt. Man behandelte uns wirklich sehr freundlich und so beschlossen wir, so ein Maschinchen brauchen wir. Unbedingt. Sobald wir endlich zusammen leben würden, wäre die kleine „Blue“ unser Küchenprachtstück. Das wir passenderweise irgendwann eine Küche in genau eben dieser Farbe haben würden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht.

Einige Zeit später, wir schwärmten in den höchsten Tönen von „Blue“, beschlossen meine Schwiegereltern, sie bräuchten auch so ein Maschinchen und so zog quasi „Blues“ Zwillingsschwester bei ihnen ein. Mein Mann besorgte ihnen eine identische Maschine, gleicher Farbton, einfach komplett wie unsere – „Blue2“.  Jahre später gab es sogar noch ein Maschinchen fürs Wohnmobil. Eins das quasi kaum noch Platz wegnahm und sich prima ins „Mobi“ einfügte. Meine Schwiegereltern sind nämlich Reisende. Am wohlsten fühlen sie sich in ihrem Wohnmobil und in der Nähe von Wasser. Always on the road.

Neulich war „Blues“ Schwesterchen nach jahrelanger Arbeit an der Kaffeefront defekt. Sie konnte nicht mehr. Irgendwas hakelte, irgendwas klemmte. Sie machte kein vertraut wohliges *schhhhhuuhhschh* mehr. Schwiegerpapa traut sich sonst an jedes Gerätchen ran und repariert alles, der kleinen Maschine wollte er jedoch nicht zu Leibe rücken und so rief mein Mann den Nespresso-Kundenservice an.  Wir beschlossen, die Kleine muss gerettet werden. Wegwerfen ist nicht so unser Ding, nicht bei solchen Geräten. Wir werden sie aufnehmen, sobald sie wieder heile ist, denn bei Schwiegereltern ist schon eine modernere Nespresso eingezogen.

Da die kleine Maschine nun also schon etwas älter ist, waren wir freudig überrascht, dass Nespresso überhaupt noch etwas für uns tun konnte. Da sie eine Krups ist, befindet sie sich immer noch in der Wartung. Super, fein. Was soll der Spaß kosten? Knapp 79 Euro. Uff. Nun kann man natürlich sagen, vergiss es, verschrotte das Ding, kauf doch einfach was Neues. Aber ne, irgendwie können und wollen wir das nicht. Die Kleine muss gerettet werden. Schon bescheuert, wenn man freundschaftliche Beziehungen zu seinen Küchengeräten aufbaut. Unsere Spülmaschine Uschi kann da auch ein Lied von singen… Na ja, wie gesagt, wir haben beschlossen, sie wird wieder heil gemacht.

Mein Mann vereinbarte einen Termin mit dem Kundenservice, schleppte die kleine Maschine mit zur Arbeit und dort wurde sie dann wie ein VIP abgeholt. Das lief ab wie im Film. Da kamen zwei Mitarbeiter von Nespresso zur Tür herein. In der Hand ein koffertariges Ding. Dieses wurde geöffnet, heraus kam ein Leihgerätchen. Die kleine „Blue2“ kam in dieses Dingsbums, dann wurde sie ringsherum mit einer Art aufblasbarem Kissen mokig-kuschlig fixiert, damit sie nicht durchgeschüttelt wird. Der Deckel wurde geschlossen und für gute 1-2 Wochen sagte sie „tschüss“ und wurde zum „Maschinenhospital“ gebracht. Die nächsten Tage kriegen wir sie wieder. Dann darf die Leihmaschine wieder nach Hause und „Blue2“ kommt zu uns. Ist doch irgendwie wow. Da werden die Maschinen von der Wunschadresse abgeholt, ein Leihgerät wird gebracht, der totale Rundumservice. Ich staune da schon drüber und das ist auch ein Grund, warum ich drüber schreiben wollte. Weil mich u.a. dieser Kundenservice echt fasziniert. Klar, man zahlt Geld dafür, aber das ist schon cool, oder? Kundenservice bei einer Kaffeemaschine. Ich habe vor meinem geistigen Auge irgendwie einen kleinen Film ablaufen, wie die kleine „Blue2“ wie ein Kronjuwel in so einen Kasten gesetzt und abtransportiert wird. Die Vorstellung gefällt mir. Ja ich weiß, ich spinne… Aber man ja, ich mag diese Maschine und den Kaffee, sogar als überzeugte Teetrinkerin.

Insgesamt ist Nespresso natürlich vom Kaffee her teurer als ein ganz normales Paket vom Aldi. Aber wie schon erwähnt, damals reizten uns primär die Geschwindigkeit der Zubereitung, die Sortenvielfalt, das schicke Design und auch das wunderbar einfach Handling. Wir haben nie bereut „Blue“ erworben zu haben. Auch nicht, als das Argument Kapselmüll kam. Das kann man nun sehen, wie man möchte. Klar finden wir das nicht optimal. Für uns steht fest, wir trinken eher wenig Kaffee, insofern darf der preislich und qualitativ hochwertig sein. Mit schlechter Qualität geben wir uns nicht zufrieden. Die gebrauchten Alu-Kapseln entsorgen wir, wie von Nespresso angeraten, über den Gelben Punkt-Müll. In anderen Ländern gibt es sogar schon richtige Sammelstationen für die Kapseln. Klar ist es Müll, aber ich brauche nur freitags einkaufen gehen und zu Hause unsere Einkäufe auszupacken. Da sehe ich dann richtige Müllberge und bin jedes Mal froh darüber, dass wir einen riesigen Wesco-Mülleimer (übrigens im Raktendesign) für den Gelben-Punkt-Kram haben. Fast alles ist doppelt und dreifach verpackt. Ich rege mich jedes Mal aufs Neue auf, wenn ich Folien und Umverpackungen entsorgen muss. Vieles versuchen wir ohne was drum zu kaufen, aber das ist gar nicht so einfach. Vieles lassen wir auch schon im Laden, aber man möchte ja auch seine Sachen heile nach Hause bekommen. Vielleicht ist es etwas einfach da zu sagen, auf unsere paar Kapseln kommt es da auch nicht mehr an. Aber in Relation zu unserem restlichen Müll machen die gebrauchten Nespressokapseln wirklich den Kohl nicht mehr fett. Zumindest empfinde ich das so. Gut, sie sind aus Alu, das ist schon was anderes als Plastik, aber Nespresso verspricht sich davon den optimalen Aromaschutz. Diesbezüglich muss ich auch sagen, selbst wenn man die Kapseln sehr lange aufbewahrt, sie sind immer wie neu. Da muss also irgendwie was dran sein mit dem Alu und dem Aroma.

Auf jeden Fall schmecken uns die Nespresso-Sorten. Die Leute da lassen sich ständig etwas Neues einfallen. Das finde ich super, die bleiben nicht stehen. Ihre Werbekampagnen sind auch immer etwas fürs Auge. Alles sehr edel, sehr schön anzusehen. Sowohl beim Design der Maschinen, als auch bei den Sorten, da tut sich andauernd was. Man ist durch den Kauf einer Nespresso automatisch Mitglied im Nespresso-Club und wird regelmäßig über Neuerungen informiert. Auch das Kapseln bestellen geht denkbar einfach online und sie liefern sehr, sehr schnell. Ich hoffe, die Leute tun jetzt noch etwas in Sachen Fairer Handel und Bio. Das wäre die Kirsche auf der Sahnehaube für uns. Da würden wir noch lieber kaufen. Ich denke, da hakt es auch noch ordentlich bei Nespresso. Daran sollten sie eindeutig arbeiten. Uns wird Fairtrade und Bio immer wichtiger. Zwar haben wir beschlossen, unsere ganz normale Kaffeemaschine in die Kammer zu stellen, weil wir sie gar so selten brauchen, doch ist es uns durchaus wichtig, nach Möglichkeit Faitrade-Kaffee zu kaufen. Da wir so wenig davon trinken, ist es nicht so dramatisch, wenn der Kaffee entsprechend teurer ist. Aber man hat ein gutes Gefühl dabei. Das muss sich bei Nespresso diesbezüglich noch einstellen, ich gebe es ja zu. Auch das mit dem Kapselmüll…  Aber wie gesagt, als wir die Maschine kauften, da waren die Gedanken noch wo ganz anders und nicht bei Müll, Faitrade oder gar Bio.

Sebastian Dickhaut, Cornelia Schinharl – Country Basics: Alles was man braucht, um die Natur genußvoll in die Küche zu holen

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Mal wieder ein neues Kochbuch. Ich gebe zu, ich bin ein großer Fan der GU-Basic-Kochbücher. Dieses ist gerade neu und ich musste es schon allein einfach für die Sammlung haben. Außerdem liegt „Landküche“ ja gerade voll im Trend. Es gibt Kochreihen im Fernsehen dazu, Kochbücher und ganze Zeitschriftenreihen. Landleben, Landküche, … Das Wort „Land“ zieht derzeit einfach enorm. Jeder möchte es gerne so urig, gemütlich und schnucklig haben, wie in den Zeitschriften und im Fernsehen. Die dort präsentierten Wohntrends und auch Rezepte, alles ist so herrlich ansprechend.

Das vorliegende Kochbuch ist wie alle Basic-Bücher wunderschön poppig-bunt gestaltet. Viele nette Fotos und Grafiken begleiten die zahlreichen nach Jahreszeiten gegliederten Rezepte. Die Rezepte sind mal mit und mal ohne Fleisch. Kein rein vegetarisches Buch also. Und es ist einfach alles dabei, bis hin zur Marmelade. Inwieweit ich jetzt sagen würde, dass die Rezepte „landmäßig“ sind, hm na ja. Insgesamt könnte es auch einfach ein Jahreszeitenkochbuch sein, finde ich. Ein schönes Kochbuch ja, ein „Landkochbuch“? Hm, ich weiß nicht. Würde ich jetzt nicht so sagen. Was macht ein „Landkochbuch“ überhaupt aus? Für ich wären es z.B. Rezepte von Landfrauen, langjährig erprobt, liebgewonnen und immer ein Garant für zufriedene Esser. Rezepte mit regionalen Produkten, die es so vielleicht auch nirgendwo sonst gibt. So etwas wie die Werke der „Letter Landfrauen„, in unseren Breiten sind das echte Klassiker. Schwiegermama hat die Bücher auch und da gibt es so tolle Rezepte drin. Aber ich schweife ab.

Auf jeden Fall ist das vorliegende Buch ein Kochbuch, dass mich begeistern kann. Viele Rezepte haben uns direkt angesprochen und warten nun auf dem dicken „to cook“-Stapel auf Tag X, auf den Tag, an sie „dran“ sind. Ich freue mich drauf, viele Rezepte sind nämlich durchaus „diättauglich“ und somit können wir sie ohne Bedenken ausprobieren.