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Dinkelbrot

Backt Ihr auch gerne mal Euer Brot selber? Wir machen das je nach Lust und Laune und vor allem auch Zeit immer mal sehr gerne. Brotbacken ist irgendwie entspannend und ich liebe Rezepte, die möglichst unkompliziert und ohne viel Tammtamm daher kommen. Das hier vorliegende Rezept ist aus einem recht alten Heftchen von Alnatura. Die Dinger hingen früher immer am Regal im DM und machten einen auf bestimmte Produkte aufmerksam. Nachdem wir neulich die ersten Experimente mit eigenem Sauerteig gemacht haben (dazu werde ich noch berichten) und es sehr gut mit Brotbacken geklappt hat, habe ich nun das Heftchen wieder hervor gekramt und eigentlich auch gedacht, ich hätte das Rezept schon längt hier veröffentlicht, weil es einfach und gelingsicher ist. Das hole ich dann direkt mal nach.

Dinkelflockenbrot
Dinkelflockenbrot

Zutaten für eine Standard-Kastenform:

  • 1 Päckchen (Trocken)Hefe
  • 2 EL Honig
  • 350 ml lauwarmes Wasser
  • 450 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Dinkelflocken
  • 1 EL Mehrsalz
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Sesam
  • ggfs. Saaten/Kerne als „Topping“ für die Kruste

Zubereitung:

Alle trockenen Zutaten gut vermischen. Dann Wasser, Honig und Olivenöl hinzugeben und alles richtig schön verkneten. Bei uns hat das Piggy gemacht, während ich den Backofen auf 30 Grad vorgeheizt und schon mal die Backform aus dem Schrank gekramt habe. Wir haben eine Silikonkastenform von Lurch, die ganz prima funktioniert und wo nichts anpappt.

Den Teig mit einem feuchten Küchentuch bedecken und für eine Stunde im Backofen ruhen lassen. Der Teig sollte nach der Stunde stark an Volumen zugenommen haben.

Nun den Teig erneut kurt durchkneten. Ich habe das Piggy machen lassen und den Knethaken nur ein paar sanfte Umdrehungen fahren lassen, damit nicht alles an Volumen wieder verpufft.

Die Form mit kaltem Wasser ausspülen, kurz abklopfen und dann mit Teig befüllen. Dann wieder das feuchte Kuchentuch über die Form legen und diese noch einmal für gut 30 Minuten in den Backofen stellen und den Teig relaxen lassen. Am Ende hebt der Teig das Küchentuch an, aber keine Bange, man kann es leicht und unkompliziert abnehmen. Wenn man nun mag, einfach ein paar Kerne und Saaten oben auf streuen.

Den Backofen auf 220 ° C Ober-/Unterhitze vorheizen und dann ab in den Ofen mit dem Brot. Man backt es jetzt 20 Minuten auf 220 ° C. Dann wird die Hitze auf 190 ° C reduzieren und weitere 40 Minuten backen. Dabei den wunderbaren Duft genießen.

Nach Ende der Backzeit das Brot aus der Form nehmen (geht bei Silikon wirklich sehr, sehr einfach) und auf einem Abkühlrost auskühlen lassen.

Kleiner Tipp: Wir haben mit dem Rezept schon einige Experimente gemacht. Statt Dinkelflocken haben wir z.B. einfach mal eine Basismüslimischung verwendet, so dass man auch direkt ein paar Saaten mit drin hat. Wenn man kein Dinkelmehl hat, geht natürlich auch Weizen. Also nicht so sklavisch sein und Mut zur Lücke und zum Risiko haben.

Self raising flour – how to

Wenn man Scones und Co. backen möchte, stößt man bei den Rezepten schnell auf die Zutat „self raising flour“, also ein Mehl, das bereits mit Backtriebmittel und etwas Salz versehen ist. Man kann so etwas kaufen, jedoch auch ganz einfach selbst anmischen. Wir haben hier mal zwei einfache, schnelle Mischungen. Bei uns ist das Mehl übrigens fast immer Dinkel und da sind wir, was die Typen angeht, sehr experimentierfreudig. Von „normal“ bis „Vollkorn“ ist bei uns alles dabei. Einfach mal probieren und schauen, was einem am besten gefällt. Beim Backpulver nutzen wir mittlerweile fast ausschließlich Weinstein. Es gibt auch Varianten mit Natron oder Soda. Schaut einfach mal. Wir testen da auch noch.

Variante 1:

  • 375 g Mehl
  • 3 TL Backpulver
  • 1/3 TL Salz

Variante 2:

  • 500 g Mehl
  • 4 TL Backpulver
  • 1/2 TL Salz

Christels Cheddar-Scones

Wir waren mittlerweile dreimal in Schottlands wunderschöner Hauptstadt Edinburgh und unsere B&B-Wirtin Christel hat uns ihr Rezept für Cheddar-Scones verraten. Ein absoluter Hochgenuss. Probiert es aus. Es lohnt sich.

Cheddar-Scones

Zutaten für bis zu 16 Scones:

  • 1 lb / 450 g self raising Flour
  • 4 oz / 113 g Butter
  • 2 TSP / Teelöffel Senfpulver
  • 1 TSP / Teelöffel getrocknete Käuter
  • 1 Ei + 1 Eigelb extra zum Bestreichen
  • 6 oz / 170 g Milch
  • 4 oz / 113 g Cheddar, fein gewürfelt/gerieben

Und wie man „self raising flour“, eine in Großbrittanien und USA gängige Mischung Mehl mit Backtriebmittel und Salz macht, das steht hier.

Ganz einfach und schnell kann man es selbst anmischen und muss es nicht zwingend teuer kaufen.

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten gut vermischen. Dann die feuchten Zutaten (ausgenommen das Eigelb zum Bestreichen) beifügen. Alles – nicht zu lange – verkneten und den Teig daumendick/ca. 3 cm dick ausrollen. Scones ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit Eigelbb bepinseln und bei 200/220 °C Ober-/Unterhitze goldbraun backen.

Dann – ganz wichtig – sich zusammen reißen und die kleinen Knubbelchen etwas auskühlen lassen, bevor man sie genüsslich auffuttert.

Kleiner Tipp: Sie lassen sich hervorragend einfrieren und wieder aufbacken.

Cheddar-Scones
Cheddar-Scones

Balkonien 2019

Etwas spät, aber hoffentlich nicht zu spät…

Wir haben unseren Balkon Mitte Mai zum Sommer wieder schön bepflanzt. Erst war eine Woche Urlaub in den Niederlanden angesagt und danach ging es mit Eifer ans Blümchen aussuchen. Mir hat es so sehr schon vorher in den Fingern gejuckt, aber ne, mit dem Urlaub vor der Brust… Das wäre nicht schlau gewesen.

Da wir noch sehr gut erhaltene Hebe aus der Herbst-/Winterbepflanzung in den Kästen hatten, haben wir beschlossen, diese drin zu lassen und pro Kasten nur drei Pflanzen zu kaufen. Gesagt getan, jeweils zwei schön-gemusterte hängende Geranien und dazu eine Kapmargerite in gelb/lila. Irgendwie war mir farblich danach. Dazu eine große, leicht pinkfarbene Schwarzäugige Susanne. Bei der hatte ich anfangs etwas Angst, dass sie nicht sonderlich wuchs- oder blühfreudig sein könnte. Aber mittlerweile hat sie das Rankgitter so etwas von erobert… Kann man also unbesorgt kaufen.

Unser Orleander von der Lidl-Resterampe hat sich auch dieses Jahr regelrecht für seine Rettung bedankt. Er ist mächtig gewachsen und blüht. Im Herbst werde ich ihn ein wenig zurück schneiden. Klappt absolut prima auf unserem heißen Balkon.

Ansonsten habe ich noch ein wenig Deko im maritimen Stil aufgestellt und ein hübsches, neues Eisenregal haben wir auch gekauft. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wie eine Etagere mit 3 Etagen. Finde ich toll und kann es nun jahreszeitlich hübsch dekorieren.

Was mich ganz besonders gefreut hat, unsere Ruhmeskrone hat echt nach einem Jahr Pause wieder geblüht. Im lezten Jahr war ich zu faul (Asche auf mein Haupt) und habe sie nicht eingebuddelt. Dieses Jahr waren noch einige Rhizome sehr gut erhalten und ich habe es einfach probiert. Wir haben jetzt übrigens zwei Sorten. Die Tage gibt es dazu mal Vergleichsbilder. Habe um Ostern herum auf einem Pflanzenmarkt zwei Rhizome kaufen können und mich schon sehr gefreut, sie einzubuddeln. Die Ruhmeskronen funktionieren wirklich extrem gut bei uns. Eine sehr dankbare Pflanze. Ich kann sie nur empfehlen.

Hier ein paar Impressionen unseres Balkons. Wir haben nämlich noch Sonnenblumen in Pflanztaschen, die bald blühen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Steffis Knäckebrot

Meine Kollegin Steffi, die Kräuterfee, hat die Tage selbst gemachtes Knäckebrot mit zur Arbeit gebracht. Das war so lecker, da musste ich sie direkt ums Rezept bitten und natürlich auch sofort nachbacken. Das geht wirklich einfacher, als ich dachte und es schmeckt ganz toll. Weiterhin kann man damit ganz viel machen, es mit weiteren Zutaten tunen und z.B. auch Cracker daraus basteln. Ideen habe ich schon ganz viele. Ihr sicher auch.

Zutaten für ein Blech:

  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 50 g Haferflocken
  • 20 g Sonnenblumenkerne
  • 15 g Sesam, davon 5 g zum Bestreuen
  • 15 g Leinsamen, davon 5 g zum Bestreuen
  • 1 TL Salz
  • 30 ml Olivenöl
  • 250 ml Wasser

Zubereitung:

Alle Zutaten gut miteinander vermischen und die Masse eine Stunde quellen lassen.

Den Backofen auf 200 ° C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse mit einem Löffel schön dünn ausstreichen. Leinsamen und Sesam darüber streuen und das Blech in den Ofen schieben.

10 Minuten backen, dann das Blech aus dem Ofen holen und das Knäckebrot in die gewünschte Form/Größe schneiden. Dann das Blech wieder in den Ofen geben und weitere 15 Minuten backen (oder etwas länger), bis sich das Knäckebrot nicht mehr gummiartig anfühlt, knusprig und durch ist.

Dann das Blech herausnehmen und das Knäckebrot absolut auskühlen lassen, bevor man es in Dosen abfüllt.

Fröhliche Weihnachten

Winterbalkonkasten 2018Hallo Welt da draußen, hallo an alle Besucherinnen und Besucher des kleinen grünen Planeten!

Little-Santa 2018Wir wünschen Euch von Herzen fröhliche Weihnachten und eine schöne Zeit im Kreise von Freunden und Familie. Genießt diese funkelnden und besonderen Tage.  Kommt zur Ruhe, stellt die Arbeit u.a. am Speck mal kurz ein, erlaubt Euch Genuss und vor allen Dingen lacht viel und gerne.

Persönlich kann ich sagen, selten war es so entspannt für uns, wie in diesem Jahr. Obwohl es bis zum 21. Dezember noch zur Arbeit ging, sind wir sehr ruhig und gelassen. Alles ist vorbereitet, keine Ahnung wie. Aber es ist passiert.  Wir lassen dieses Jahr mal jeglichen Anspruch auf Perfektionismus fallen. Der Rotkohl ist mal nicht selbst gemacht, auch das Dessert nicht. Und wen interessiert es, ob man noch mal Staub auf dem höchsten Bücherregal wischen müsste, die Fenster Dank des Dauerregens schon wieder aussehen wie S…? Licht aus, Tannenbaum an, lasst den Lichterglanz seinen Zauber wirken und stresst Euch nicht zu sehr. Wir werden das jetzt nämlich genau SO machen. Wichtig ist, dass die Familie später mit uns am Tisch sitzt, gesund und munter, guter Dinge und ja, ich freue mich auf Papas Sauerbraten, die Ausbeute aus dem Weinkeller und das Gelächter beim Geschenke auswürfeln. Ich freue mich auf die lachenden Gesichter der Mamas und Papas, die Drückerchen und Knuddler und das Papiergeraschel beim Auspacken und sich erfreuen.

Weihnachtskaktus blühtUnd einen kleine, feine Weihnachtsüberraschung war direkt vorm Frühstück für uns da. Mein Weihnachtskaktus blüht pünktlich zum Heiligen Abend. Der Kaktus, der mich schon mein ganzes Leben lang begleitet, hat es mal wieder getan. Treu und brav. Ich liebe ihn und seine kunstvollen Blüten. Vor ein paar Tagen konnte ich schon sehen, dass er Knospen angesetzt hat. Nun die erste Blüte, ich freue mich total drüber. Immer wieder schön. Der Kaktus ist mittlerweile wirklich riesig und steht bei uns im Wohnzimmer. Ich muss ehrlich gesagt nicht viel tun, irgendwie passiert das immer alles von ganz alleine. Hin und wieder ein Schluck Wasser, ganz selten ein klein wenig Dünger und dann das. Wunderschön. Fröhliche Weihnachten Euch allen!

 

Gingerbread – Lebkuchenmännchen

Etwas Zeit ist noch… Für Kurzentschlossene. Für alle, die gerne noch etwas Weihnachtsfeeling durch sponates Backen erzeugen möchten. Für alle, die gerne noch etwas frisch Gebackenes verschenken möchten. Lebkuchen in Lieblingsformen. Unsere große Lebkuchenform liegt schon ein paar Jahre… Wir wollten sie immer probieren, aber ja, die Erkenntnis kam heute, WW hat es verhindert. Wer backt, will auch kosten. Gedanken zu diesem Thema findet Ihr hier

Wir haben den heutigen Tag noch zum Backen genutzt. Bisher hatten wir nur wenig Zeit dafür, die Vorweihnachtszeit war geprägt von vielen Terminen und auch Stress. Doch heute, uns war danach. Ich hatte vor Weihnachten noch ein Rezeptheftchen geschenkt bekommen. Darin war das Rezept, dass wir nur ein klein wenig abgeändert haben. Wir haben den Teig nach dem Frühstück angesetzt und heute Nachmittag in Ruhe verbacken. Heraus gekommen sind diese kleine Köstlichkeiten. Fröhliche Weihnachten!

Zutaten:

  • 250 g Honig, möglichst flüssig
  • 100 g Zucker
  • 125 g Butter
  • 500 g Dinkelvollkornmehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL Herbaria Ginger and Bread oder ein Päckchen Lebkuchengewürz
  • 2 EL Backkakao
  • 1 Ei

Zubereitung:

Zunächst den Honig, den Zucker und die Butter in einem Topf geben, alles schmelzen und kurz aufkochen lassen. Dann am besten in eine neue Schale geben (ACHTUNG SEHR HEISS) und auskühlen lassen.

Derweil Mehl, Kakao, Lebkuchengewürz und Backpulver miteinander mischen. Wenn die Honig-Butter-Mischung ausgekühlt ist, die Mehlmischung und das Ei dazu geben und zu einem glatten Teig verarbeiten.

Den Teig mindestens 2 Stunden abgedeckt kühlen und ruhen lassen.

Den Backofen auf 180 ° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig nach der Ruhezeit auf einer bemehlten Unterlage in Keksteigdicke ausrollen. Dann mit Schablonen oder Ausstechern die gewünschten Formen ausstechen / ausschneiden und auf ein Backblech mit Backpapier oder einer Backmatte auslegen.

Die Backzeit beträgt je nach Größe und Dicke des Gebäcks sowie der üblichen Mucken und Macken des Ofens ca. 15 Minuten.

Danach vom Blech nehmen und auskühlen lassen, bevor man mit Zuckerguss etc. zu Werke geht.

 

Amaryllis im Wachsmantel

Kennt Ihr das? Ihr guckt Euch länger was an und testet es dann doch, weil die Neugierde so groß ist und eigentlich wisst Ihr schon, dass es ist keine gute Idee ist. So geht es mir gerade mit der Amaryllis im Wachsmantel. Ich sehe sie nun das 2. oder 3. Jahr und bisher habe ich mich immer geweigert, so etwas zu kaufen. Genauso wie bunt angesprühte Sukkulenten oder total mit Glitzer voll gekleisterte Weihnachtssterne. Dann haben wir von unserem Sprachkurs an unsere Dozentin eine solche Amaryllis verschenkt und ich wollte so gerne auch eine. Eigentlich habe ich immer welche zur Weihnachtszeit, weil ich sie wunderschön finde und sie für mich zu dieser Jahreszeit gehören. Ich habe ja schon ausführlich über Amaryllis geschrieben. Bisher immer in der guten alten Topfkultur. Nur stört mich dabei immer etwas, dass es mit der erneuten Blüte bei mir nicht immer so klappen will oder auch das viele Laub, das die Zwiebel nach der Blüte austreibt. Das sieht immer ein wenig wild auf der Fensterbank aus.

Nun besitze ich also tatsächlich zwei mit Wachs ummantelte Zwiebeln und weiß, die zwei Pflanzen werden nur einmal blühen. Danach war es das. Die Zwiebeln haben nämlich kein Chance, erneut Nährstoffe aufzunehmen.
So schön praktisch der Wachsmantel auch ist – man muss sie nicht  gießen, stellt die Zwiebel einfach nur nett auf und dann ist es das schon an „Pflege“ – es ist nur ein einmaliges Vergnügen. Die Chance auf weitere Kultivierung ist nicht gegeben. Man bekommt die Zwiebel nicht heil aus dem Wachsmantel, um sie einzutopfen und die Wurzelschicht ist vorm Wachsen entfernt worden. Keine Chance also. Nach der Blüte ist die Zwiebel dann leider was für die Tonne. Finde ich blöd und wenig nachhaltig. Geht gar nicht für mich.

Diese Erkenntnis lässt mich die zwei Zwiebeln mit sehr viel Wehmut betrachten. Ich freue mich auf die Blüten, aber mir tun die Pflänzchen auch leid. Sehr sogar. Da ist direkt wieder das Mitgefühl, dass ich bei besprühten Sukkulenten empfinde. Da kaufe ich nächstes Jahr lieber wieder Zwiebeln im Topf und versuche zum x-ten Mal eine weitere Pflege. Fühle ich mich besser mit.

Maja Lunde – Die Schneeschwester – Eine Weihnachtsgeschichte

Heute habe ich endlich mal wieder eine Buchempfehlung zu vergeben. Seit dem 01. Dezember lesen wir „Die Schneeschwester“ von Maja Lunde. Das Buch ist uns bei einem Bummel Anfang November in die Hände gefallen. Es leuchtete wunderschön rot und glitzernd (weil mit etwas weiß-silbrigem Glitzer bestäubt) aus einem Stapel Bücher hervor. Wunderschöne Illustrationen schon auf dem Cover der gebundenen Ausgabe ließen uns zugreifen. Never judge a book by it’s cover – und dennoch, wir nahmen es einfach mit, ohne die Folie abzuziehen und mal durch zu gucken. Wir dachten, was so wunderschön schon von außen gestaltet ist, das muss von innen ebenso schön, wenn nicht sogar schöner sein. Und wir behielten recht.

Die Geschichte ist passenderweise in 24 Kapitel gegliedert. Jeden Tag lesen wir ein weiteres Stückchen der Geschichte um den kleinen Julian, der seine große Schwester Juni verloren hat. Seine Familie ist dieses Jahr so gar nicht auf Weihnachten vorbereitet und Julian ist gefangen zwischen Trauer und Einsamkeit, weil auch seine Eltern den Verlust der ältesten Tochter nicht verkraften. Sie vergessen über ihre Trauer, dass auch Julian und seine kleine Schwester Augusta jemanden verloren haben. Die Eltern funktionieren nur noch wie Automaten.
In dieser schweren Zeit lernt Julian plötzlich Hedvig mit den feuerroten Haaren kennen, die ihn regelrecht mitreißt mit ihrer Energie und Fröhlichkeit, die ihn aus der Tristesse seines Alltags holt und ihn in Weihnachtsstimmung bringt. Hedvig gibt ihm die Hoffnung zurück, dass es auch für Familie noch ein schönes Fest geben könnte. Aber Hedvig hat auch ein großes Geheimnis…

Ein wunderschönes Buch, das nicht nur optisch überzeugt. Eine wunderschöne Geschichte (bis zu dem Punkt, wo wir gelesen haben), die ein sehr trauriges Thema behandelt, jedoch auch zeigt, wo Trauer ist, wird irgendwann auch wieder Glück, Lachen und Hoffnung sein. Ich möchte das Buch unbedingt empfehlen.

Abnehmen im Advent

Mein Mann und ich sind nach wie vor auf Diät. Immer noch mit WW. Ich weiß, wir sind schon ziemlich lang dabei. Liegt wohl einfach daran, dass wir „trockene Fresser“ sind, die gerne mal in alte Muster verfallen (mit oder ohne Ausrede). Aber hey, es läuft, dies nur mal am Rande.

In der Advents- und Weihnachtszeit kriegen wir jedoch regelmäßig die Krise. Ich habe chronisch zu wenig Punkte, da reicht schon ein Glas Glühwein und ich bin fast aus dem Tagesbudget. Nun kann man wunderbar argumentieren, ich hätte ja noch das sogenannte Wochenextra, nur wenn ich das angreife, nehme ich überhaupt nicht ab. Ich müsste mehr Sport machen. Oder ich könnte den ganzen Tag nur Dinge essen, die 0 Punkte haben, aber trotzdem Kalorien (wird von vielen gerne total ausgeblendet). Vor einem Jahr wurde nämlich mal wieder das Programm geändert, es wurde sehr Eiweiß lastig, sogenannte 0 Punkte- oder auch Zero-Lebensmittel wurden verstärkt eingeführt, was zu deutschlandweiter Skyr-Knappheit in vielen Orten führte. Ja, wenn es keinen Skyr, Eier oder auch keine Hähnchenbrust mehr irgendwo gibt, war garantiert eine Horde WWler vor Euch einkaufen… Auch Hülsenfrüchte sind nun „for free“. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln ist mehr denn je gefragt. Esse ich den ganzen Tag nur „Zeros“, kann ich bis abends den Fressflash garantieren. Habe ich an Nikolaus sehr deutlich vor Augen geführt bekommen. Ich brauche mein gewohntes Essen, um glücklich und zufrieden durch den Tag zu kommen. Ich muss mir dann eine andere Strategie überlegen, wie ich das üppigere Essen ausgleichen kann. Denn dass ich mit raus gehen mag, steht außer Frage. Man kann sich nicht überall ausschließen, wo Geselligkeit und Essen/Getränke lauern. Soziale Isolation ist sch… Im Moment versuche ich im Vorfeld und auch im Nachgang massiv Punkte einzusparen, so einen Ausgleich zum geselligen „Ausrutscher“ zu schaffen. Mal sehen, wie gut oder schlecht ich damit fahren werde.

Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit stoße ich fast jeden Tag an meine Grenzen. Und weil ich oft punktemäßig nicht kann, verzichtet auch mein Mann. Er erträgt es einfach nicht, selbst etwas zu essen, wenn ich das nicht kann. Dann kommt dieses Gefühl von „wir sind draußen, nicht dabei“. Kinder, die ihre Nase am Schaufenster des Süßigkeitenladen sehnsüchtig plattdrücken. Wir würden so gerne, das Gewissen ist sehr schlecht, wenn man dann mal eine Tasse Punsch (eine!!!) trinkt oder dem Schokonikolaus 20 g abringt, die vielleicht nicht mehr im Budget waren. Hey man, ich habe noch Osterhasen stehen, weil sie quasi nie „drin“ sind für mich. Und ich glaube, da ist sogar noch einen Nikolaus vom letzten Jahr…  Wie gut, dass wir nicht zu den Leuten gehöre, die sich sklavisch an das Mindeshaltbarkeitsdatum halten.

Im Moment versuchen wir irgendwo die Balance zwischen WW und „mitmachen und genießen“ zu finden. Dann nehmen wir vielleicht in dieser Woche nicht ab, aber auch nicht zu, wenn wir es geschickt anstellen. Die Weihnachtszeit ist zu kurz, um immer nur „vorm Laden“ zu stehen. Man muss auch mal rein und was kosten. Nicht gleich die ganze Auslage plündern, aber hey, ein paar Plätzchen und etwas Punsch und Glühwein müssen einfach drin sein. Man soll doch auch noch zufrieden sein und dabei helfen mir nicht die neuen Mental- und Antistressübungen aus der WW-App.

Dieses Dilemma treibt gerade eine kleine Gemeinschaft bei WW besonders um. Ich bin Teil einer charmanten kleinen Gruppe, die sich gegenseitig motiviert und unterstützt und es geht vielen so wie meinem Mann und mir. Das schlechte Gewissen plagt uns, wenn wir nur an Plätzchen denken. Fast täglich kommen Nachrichten, die von eigentlich schönen Abenden erzählen, jedoch auch, wie sehr man aus dem Budget ist. Es ist ein Elend. Da sind ganz viel Freude und große Verzweiflung ganz nah beieinander. Doch ganz ehrlich, ich bin der Ansicht, es ist falsch so. Wir dürfen nicht vergessen, da draußen – außerhalb des WW-Kosmos – findet das Wichtigste überhaupt statt, unser Leben nämlich. Das soll kein Freibrief für Völlerei sein, aber vielleicht können wir die Zügel etwas lockern, etwas weniger streng mit uns sein. Wir sind es doch schon das ganze Jahr und sagen so oft nein, wenn Kolleginnen und Kollegen mal Kuchen mitbringen. „The most wonderful time of the year“ sollte sich nicht zur vierwöchigen Intensivfolter für uns WWler entwickeln. Also lasst uns mal die Nase zur Tür hinein stecken, ein paar zaghafte Schritte ins Geschäft machen, den Glanz und das Glitzern bestaunen und vielleicht 1-2 Teilchen aus der Auslage glücklich genießen. Der Januar kommt, die Waage wird wie immer nicht so richtig nett zu uns sein (zu allen anderen „Normalos“ aber auch nicht), aber hey, wir waren dann dabei, haben Spaß mit Freunden und Familie und uns nicht ausgegrenzt. Das Leben besteht nicht nur aus Punkten und vor allem, es wartet nicht, bis wir unser Wunschgewicht erreicht haben. In diesem Sinne: One Plätzchen a day, keeps the (Weihnachts)Stress away.