Here we go again…

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Bitte einzeln aufsteigen!

Wir sind auf Diät. Nein, falsch. Weight Watchers ist ja keine Diät sondern eine Ernährungsumstellung. Darauf wird großen Wert gelegt, nicht unbedingt bei uns, mehr bei „denen“. Bei uns ist diese Umstellung leider meistens nur temporär, weshalb wir lieber von Diät sprechen. Nein, weder Bärbel Schäfer, noch Kathi Witt oder die derzeit omnipräsente Christine Neubauer haben uns zu diesem Schritt animiert. Die schrecken eher ab, wenn ich ehrlich sein soll. Vielmehr ist es die Tatsache, dass die Hosen kneifen, die Waage bei unseren Anblick aufschreit und wir schon einige Male mit „WW“ sehr gut abgenommen haben. Das Abnehmen war bei uns übrigens nie das Problem. Eher das Gewichthalten. Wir essen einfach zu gerne gut, sind zu schwach, wenn es darum geht beim sommerlichen Biergartenbesuch mit Freunden immer nur beim Salatteller zu bleiben und das großzügige Grillbuffet mit Verachtung zu strafen. So haben wir also beide nach sehr erfolgreichen Abnahmen leider wieder zugenommen und nicht den nötigen Biss gehabt, mal eher was daran zu ändern. Jetzt haben wir den Salat und das gerade buchstäblich. Jeden Tag wandern wir mit schön appetitlich „eingelockten“ Salaten und Obstmischungen zur Arbeit. Wir kommen uns ein wenig vor, als würden wir Werbung für die Firma Lock & Lock machen, wenn wir unser Futtertäschchen auspacken. „Wir haben da mal was vorbereitet“ lautet die Devise. Ist ja nicht so, dass wir Salat nicht gerne essen würden oder Obst. Meistens sind wir ja nur zu faul, es uns zuzubereiten und mitzunehmen. Mit der Faulheit ist es nun vorbei, ich komme mir schon vor wie in der Futterküche eines Zoos. Jeden Tag nach der Arbeit schnippele ich für Sgail und mich einen herzhaften Salat und einen Becher Obstsalat zurecht. Das frisst durchaus Zeit, auch wenn man schon vorgearbeitet hat und den Blattsalat nur aus einer „Locki“-Box nehmen und ein paar frische Zutaten dazu schupsen muss.  Sgail ist dann für das Dressing zuständig. Mal mit Jogi, mal mit Essig, Öl und z.B. Senf und Honig. Aber am Ende lohnt es sich. Im Moment genießen wir die täglich wechselnden Salate sehr. Es ist eine Bereicherung des Bürotages, wenn man wie Sgail keine Kanti hat oder wie bei mir auf der Arbeit die Kanti einfach nichts taugt.

Es gibt natürlich auch jede Menge positive Reaktionen von Kollegen, Freunden und Familie, die motivieren. Motivieren, auch wenn man mal eine Woche nur ganz wenig oder gar nicht abgenommen hat. Der Körper ist eben keine Maschine und man muss einfach am Ball bleiben, auch wenn es nicht immer leicht ist. Sicher ist man enttäuscht, wenn man sich quasi eine Woche „gequält“ hat und es nicht zusch gemacht hat, wenn man auf die Waage steigt. Und das, wo man sich gerade in dieser Woche schon so schlank „gefühlt“ hat. Das muss besonders ich mir hinter die Löffel schreiben. Ich neige leider dazu, sehr schnell ziemlich unglücklich zu sein, wenn es nicht so fluppt. Hach ja.

Die Motivation ist derzeit sehr groß bei uns. Wir gehen morgen in die 3. Woche. Noch vermissen wir nichts. Noch sind wir nicht unglücklich über mangelnde Flexibilität. Die Sache mit der Flexibilität war es nämlich, die uns meisten zum Ende hin hat aufgeben lassen. Irgendwann waren wir es leid in Punkten zu denken, zu schauen, ob man noch mit Freunden raus gehen kann oder ob man sich lieber für das üppige Frühstück am Wochenende mit „echtem“ Käse, der doch so verdammt „teuer“ ist, entscheidet. Meistens geht und ging nämlich nur eins davon.

Das Thema Frühstück am Wochenende ist für uns ein ziemlicher Knackpunkt. Wo Sgail als Mann deutlich mehr Punkte zum Verfuttern hat, er sich deutlich mehr gönnen kann, muss ich ganz schön gucken, wo ich bleibe. In der Regel ist es so, ich versuche mir Punkte fürs Frühstück am Wochenenden anzusparen oder auch mal anzusporteln (das fällt mir wirklich sehr schwer). Wo ich früher Frühstück rein gar nichts abgewinnen konnte, ich nun unter der Woche gut klar komme mit einem Brot und etwas Obst, zelebrieren wir am Wochenende das ganze als Zeit für uns, Zeit für Gemütlichkeit, Zeit für Genuss. Da wird eine große Kanne Darjeeling gekocht, auch mal ein Frühstücksei gegessen und Radieschen, Kresse oder Ruccola zum Frischkäsebrot verputzt.

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Freund oder Feind?

Und nun? Da steht die kleine Waage vor einem und zeigt, wie wenig 50 g Brot sind und wie „teuer“ der Lieblingsbrotbelag so ist. Da muss man sich entscheiden, was man quasi essen darf, damit es noch für den Rest des Tages reicht. Man muss gucken, ob man abends noch weg möchte mit Freunden, ob da noch Punkte für da sind. Flexibilität, Spontanität adieu. Sonst hat man nur geschaut, was man gerne mag und fertig. Dicker Seufzer, sage ich da nur. Da wird die sonst so schöne Zeit zu zweit zur Belastungsprobe für Herz und Seele und den Einkauf im Wurstshöppchen können wir uns irgendwie gerade fast ganz klemmen, weil wir da gar nicht genau berechnen können, was die feine Wurst so „kostet“. Nährwerte gibt es da nicht, wird doch alles frisch vom Stück geschnitten und mit irgendwelchen Basiswerten aus der WW-Fiebel fangen wir erst gar nicht an, das kann leicht nach hinten losgehen. Also kaufen wir dort nur noch ganz mageren Schinken ein und lassen die restlichen Köstlichkeiten leider links liegen. Ich weiß nicht, wie andere das machen, uns fällt es schwer auf so etwas zu verzichten, sich mehr mit abgepackter Wurst und solchen Dingen zu beschäftigen, wo man doch am liebsten im Shöppchen kaufen mag und den abgepackten Kram gar nicht so toll findet.

Und mit Freunden rausgehen, spontan ein Glas Wein zusammen trinken, Käse und Oliven dazu knabbern… Zwar kann Sgail sich aufgrund der höheren Punktzahl eher so etwas gönnen, lockerer mit allem umgehen, aber natürlich sind seine Punkte auch nicht endlos. Auch er muss schauen. Irgendwann war es bisher immer so, dass ich gekniffen habe. Ich mich abgekapselt habe und solche Abende habe ausfallen lassen, was natürlich total blöd ist. Man möchte weder sozial vereinsamen, noch sollte man sich Selbstkasteien und auf immer und ewig das Lieblingsrestaurant und vor allem seine Freunde meiden. Aber der verdammte Ergeiz ist ja da. Es könnte ja sein, dass man mit so einem Abend zurückgeworfen wird. Ganz blöde.

Ich hoffe, es klappt diesmal besser, wir gönnen uns hin und wieder mal was und sehen es nicht zu eng. Muss besonders ich mir auf die Fahne schreiben. Mein Mann ist da deutlich entspannter. Als gut, here we go again. Diesmal hoffentlich ohne die alten Fehler und Denkweisen. Wünscht uns Glück.

4 Gedanken zu „Here we go again…

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