Schrullige Angewohnheiten

Sgail sagte mir heute, eine seiner Kolleginnen und ich würden ähnlich ticken. Inwiefern, fragte ich sofort neugierig. Und dann begann er aufzuzählen:

Teekannen muss man abwechselnd benutzen, weil sie sonst eifersüchtig aufeinander werden. Ja genau, ganz meine Meinung. Deshalb kommen bei uns alle Teekannen immer abwechselnd an die Reihe. Sie sind ja alle sehr hübsch und so hat jede dann immer schön im Wechsel ihren großen Auftritt.

Man muss verblühte oder „gehandicapte“ Pflanzen vor der Resterampe und dem unweigerlichen Landen auf dem Müll bewahren. Ja genau, sie brauchen doch nur eine Chance und etwas Liebe, dann blühen sie bald wieder. Wenn sie wirklich die letzte Reise auf den Kompost antreten, dann ist das was anderes. Aber einfach wegwerfen, nur weil verblüht oder lieblos in eine Ecke geschubst? Geht gar nicht. Deshalb werfe ich immer einen Blick auf die Resterampe oder rücke gequetschte Pflänzchen ins rechte Licht, wenn ich sie vielleicht nicht mitnehmen kann.

Man lässt nicht eine Sache im Laden zurück, die dann auf einmal alleine und ein Einzelstück wäre. Ja genau, lieber kauft man noch ein zweites davon, damit das andere nicht alleine endet und das ausgewählte auch Gesellschaft hat.

Bei Stofftieren kauft man aus dem unteren Regal, von ganz hinten. Ja genau, auf Augenhöhe sitzen und dann gekauft werden ist ja einfach und kann jeder. Deshalb bin ich bei Harrods auch auf Knien vor dem Teddybärenregal herum gerutscht und habe den kleinsten und in die hinterste Ecke gequetschten Bären mit nach Hause genommen. Charly guckt heute noch dankbar.

Von Keksen und Gummibärchen nimmt man immer zwei. Ja genau, weil zwei sind immer besser als eins und sie haben Gesellschaft im Bauch.

Man bevorzugt Haustiere aus dem Tierheim und da besonders die, die vielleicht sogar ein Gebrechen haben. Ja genau, ein Herz für Tiere. Ich mag auch unseren Frosch mit dem Matschpfötchen am liebsten (auch wenn der nicht aus dem Tierheim ist). Würden wir uns wieder Hunde oder Katzen anschaffen, wäre der Gang ins Tierheim absolut normal.

Das lässt sich jetzt beliebig fortsetzen. Auf jeden Fall ist das so bei mir. Ich ticke da anders. Und Sgails Kollegin wohl auch. Ich finde es schön, dass ich damit nicht alleine bin. Habe eben ein Herz für Underdocs und auch was Tiere angeht, gerade in Tierheimen sitzen so viele arme Seelen und warten nur darauf, dass man ihnen einfach eine Chance gibt. Und ja, ich gebe Dingen, Gebrauchgegenständen einen Namen. Und ich stehe dazu und finde es toll, wenn wir unsere Teekannen, Küchengeräte und sogar unseren Ofen mit Namen ansprechen können. Diese Dinge bereichern unser Leben und warum soll man ihnen nicht Namen geben oder mit ihnen sprechen? Ich lobe Piggy grundsätzlich, wenn sie mal wieder einen 1a Pizzateig für uns geknetet hat. Vielleicht ist das komisch, schrullig, aber ich finde es auch nicht schlimm und stehe dazu. Das bin eben ich. Und Sgail ist Gott sei Dank auch so.

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